Rückstau im Keller – So schützen Sie Ihr Zuhause vor der schmutzigen Flut

Rückstau im Keller – So schützen Sie Ihr Zuhause vor der schmutzigen Flut

Eine wachsende Gefahr durch den Klimawandel

Die Bilder von überfluteten Straßen nach einem Starkregen kennt jeder aus den Nachrichten. Doch die größte Gefahr lauert oft unsichtbar im Untergrund. Wenn die öffentliche Kanalisation die Wassermassen nicht mehr fassen kann, drückt das Abwasser zurück in die angeschlossenen Häuser – ein sogenannter Rückstau. Die Folge ist oft ein mit Fäkalien und Schmutzwasser überfluteter Keller. Ein Albtraum für jeden Hausbesitzer, der nicht nur immense Kosten, sondern auch ein erhebliches Gesundheitsrisiko bedeutet. Doch Sie können sich schützen!

Das Prinzip der Rückstauebene

Um das Problem zu verstehen, muss man die Rückstauebene kennen. Dies ist der höchste Punkt, bis zu dem das Wasser im öffentlichen Kanal ansteigen kann – in der Regel ist das die Höhe der Straßenoberkante. Alle Entwässerungsgegenstände im Haus, die unterhalb dieser Ebene liegen (z.B. Bodenabläufe, Duschen, Toiletten im Keller), sind bei einem Rückstau akut gefährdet. Das Wasser sucht sich den einfachsten Weg und der führt direkt in Ihr Haus.

Wichtig zu wissen: Entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben haften weder die Stadt noch die Kommune für Rückstauschäden. Jeder Grundstückseigentümer ist gesetzlich dazu verpflichtet, sich selbst wirksam gegen Rückstau zu schützen.

Effektiver Schutz: Rückstauklappen und Hebeanlagen

Es gibt zwei bewährte technische Lösungen, um Ihr Eigentum zu sichern:

Die Rückstauklappe (Rückstauverschluss):

Eine Rückstauklappe wird in die Grundleitung des Hauses eingebaut. Sie funktioniert wie ein Einwegventil: Abwasser kann ungehindert aus dem Haus in den Kanal fließen. Drückt jedoch Wasser aus dem Kanal zurück, schließt sich die Klappe (oder Klappen, bei Doppelverschlüssen) automatisch und verriegelt die Leitung. So wird das Eindringen des Wassers blockiert.

Vorteil: Kostengünstig, kein Stromverbrauch.
Nachteil: Während des Rückstaus kann auch kein Abwasser aus dem Haus abfließen.

Die Hebeanlage

Eine Hebeanlage ist die sicherste und komfortabelste Lösung, besonders wenn im Keller regelmäßig Abwasser anfällt (z.B. durch eine Toilette oder Waschmaschine). Das Abwasser aus dem Keller wird in einem Behälter gesammelt und von einer Pumpe aktiv über die Rückstauebene in den Kanal gepumpt. Eine integrierte Rückstauschleife verhindert dabei den Rückfluss aus dem Kanal.

Vorteil: Volle Nutzung aller Abflüsse auch während eines Rückstaus.
Nachteil: Höhere Anschaffungskosten, benötigt Strom.

Die Pflicht zur Wartung nicht vergessen!

Sowohl Rückstauklappen als auch Hebeanlagen sind technische Geräte, die regelmäßig gewartet werden müssen, um im Ernstfall zuverlässig zu funktionieren. Eine halbjährliche Inspektion durch einen Fachbetrieb ist gesetzlich vorgeschrieben und für den Versicherungsschutz unerlässlich. Dabei werden die Klappen gereinigt, die Dichtungen geprüft und die Funktion getestet.

Handeln Sie, bevor es zu spät ist

Der Schutz vor Rückstau ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit für jeden verantwortungsbewussten Hausbesitzer. Die Investition in eine Rückstausicherung ist gering im Vergleich zu den Kosten und dem Ärger, die ein überfluteter Keller verursacht. Lassen Sie sich von einem Fachbetrieb beraten, welche Lösung für Ihr Haus die beste ist – und sicherste – ist.

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